Rückblick
Sternstunde für engagierte Kinder
Viele Buben und Mädchen haben während der «Sternenwochen», der Spendenaktion von Unicef und der «Schweizer Familie», für sudanesische Geflüchtete gesammelt. An einer Gala wurde ihr Einsatz gebührend gefeiert. Am 30. Mai 2026 fand die Award Ceremony im Schauspielhaus Zürich statt!
Text: Fabienne Eichelberger | Fotos: Daniel Ammann
Noch ist die Bühne leer – trotzdem blicken zahlreiche Kinderaugen erwartungsvoll nach vorne. Auf einem Tischchen in der Ecke haben sie nämlich bereits erspäht, worauf sie alle hoffen: die sternförmigen Trophäen, die in wenigen Minuten verliehen werden.
Kürzlich fand im Zürcher Schauspielhaus die «Sternenwochen Award Ceremony» statt. Über 400 Gäste reisten an, um den Erfolg der 22. «Sternenwochen» zu feiern. Erneut haben sich Buben und Mädchen mächtig für die Spendenaktion von Unicef Schweiz und Liechtenstein sowie der «Schweizer Familie» ins Zeug gelegt. Sie waren die Hauptpersonen des Tages.
Das sah auch Moderatorin Zoe Torinesi so, die durch die Show führte. Gleich zu Beginn stellte sie klar: «Wir haben heute zwar einige Stars hier. Die grössten Stars sitzen aber im Publikum.» Es sei unglaublich, was sie geleistet hätten, sagte sie – und sprach damit allen aus dem Herzen.
Vom 10. November bis Weihnachten 2025 sammelten mehr als 4000 Kinder Geld für ihre Altersgenossen aus dem Sudan, die vor dem Krieg in den Tschad fliehen mussten. Dort leben sie in Flüchtlingslagern unter prekären Bedingungen: Es fehlt an sauberem Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung. Dank der Unterstützung der «Sternenwochen»-Kinder kann Unicef mit Nothilfeprogrammen dazu beitragen, die Situation der Geflüchteten zu verbessern.
Bettina Junker, Geschäftsleiterin von Unicef Schweiz und Liechtenstein, zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Mädchen und Buben. Insgesamt seien während der «Sternenwochen» im vergangenen Jahr 354 000 Franken zusammengekommen – «und kein Franken floss automatisch». Die Kinder hätten mit grossem Eifer gebastelt, gebacken, gesungen und Anlässe organisiert. An sie gerichtet sagte Bettina Junker: «Ihr könnt mir glauben: Eure Hilfe ist enorm wichtig.» Auch Peter Jost, Chefredaktor der «Schweizer Familie», lobte den grossartigen Einsatz: «Es ist schön, dass Unicef dank eurer Unter-stützung den Kindern im Tschad helfen kann.» Er hoffe, sie seien auch nächstes Jahr bei den «Sternenwochen» dabei.
Doch bevor es wieder so weit ist, wurden die originellsten Aktionen des vergangenen Jahres ausgezeichnet. In den Kategorien «Einzelkinder», «Freunde und Geschwister», «Familien und Quartiere» sowie «Kindergärten, Schulen und Horte» kürte die Jury jeweils ein Siegerprojekt.
Der Comedian Sven Ivanic verlieh den ersten Award. Zuvor sorgte er mit seinen Sprüchen für Gelächter und erklärte: «Mein Job ist es, die Stimmung so aufzuheizen, dass wir richtig eskalieren, wenn ich den Preis in der Kategorie ‹Einzelkinder› übergebe.» Für einen Song wollte er von Schüler Philipp wissen, was er sage, wenn er sich extrem freue. Dieser antwortete prompt: «Ja, Mann!» Also animierte Sven Ivanic das Publikum, auf sein Zeichen hin immer laut «Ja, Mann!» zu rufen.
Dann war es endlich so weit: Die erste Sternentrophäe ging an Jasmin Wunderle, 12, aus Riehen BS. Sie hatte ein Glücksrad und viele Preise gebastelt. Am Rad drehen durfte selbstverständlich nur, wer Geld für Unicef spendete. Der Gewinn des «Sternenwochen»-Awards und der Auftritt auf der Bühne machten Jasmin etwas nervös. Sie meinte aber keck: «Zum Glück blendet das Licht. So sehe ich nicht, wie viele Menschen da unten sitzen.»
Als Nächstes trat Sängerin Stefanie Heinzmann mit Musiker und Hackbrettspieler Ephraim Salzmann ins Rampenlicht. Die Walliserin ist Unicef-Botschafterin und war schon oft an der «Sternenwochen Award Ceremony». Mit ihrer kräftigen Stimme bescherte sie den Menschen im Saal einen Gänsehautmoment. Dass sie die Auszeichnung in der Kategorie «Freunde und Geschwister» übergeben durfte, empfand sie als besonders passend. Denn Ephraim sei für sie nicht nur ein guter Freund, sondern «ein Bruder im Herzen». Die beiden musizieren bereits seit 20 Jahren zusammen. Nun gehe es aber nicht um sie, sondern um die Kinder: «Es ist beeindruckend, zu sehen, wie fleissig ihr wart. Ich bin Fan von euch allen», sagte Stefanie Heinzmann. Den «Sternenwochen»-Award erhielten die Zürcherinnen Malena Burger, 13, Laura Perez, 12, sowie Lily, 13, und Kim Häberling, 11. Sie haben gemeinsam den Film «Schräger geht’s nicht» gedreht. Malena verriet schmunzelnd: «Die grösste Herausforderung beim Filmen und Schauspielern war, ernst zu bleiben.»
Anschliessend betrat einer die Bühne, der selten ernst bleibt: Comedian Charles Nguela. Er verriet, dass er nur durch Zufall Komiker geworden ist. Als Kind träumte er davon, dereinst Formel-1-Pilot zu sein. Bevor er den Award in der Kategorie «Familien und Quartiere» übergab, forderte er das Publikum auf, eine Welle für die Sieger zu machen. Die Sternentrophäe ging schliesslich an die Familie Saurer aus Bern. Simon, 8, Jonas, 11, Florian, 13, sowie dessen Freund Samuel, 13, haben mit den Eltern an Halloween ihre Grünfläche ums Haus in einen Gruselgarten verwandelt. Dazu hängten sie selbst hergestellte Gespenster auf. Ausserdem erschreckte Florian die Besucherinnen und Besucher als lebende Vogelscheuche.
Vor der Vergabe des letzten «Sternenwochen»-Awards brachte das Duo Full House die Kinder und Erwachsenen mit seinen Kapriolen zum Lachen. Es besteht aus dem Ehepaar Henry Camus und Gaby Schmutz. Er wuchs in New York auf, sie ist aus Effretikon ZH. Oder wie Henry sagte: «Ich komme aus der Stadt, die niemals schläft, sie aus der Stadt, die nie aufwacht.» Gaby spielte die Beleidigte, die beiden inszenierten einige kleine Zankereien. Trotz ihrer Unterschiede sind sie ein tolles Team mit überraschenden Akrobatik-Nummern: Henry legte sich etwa unter das Klavier und haute in die Tasten, ohne etwas zu sehen. Und er balancierte Gaby, die ebenfalls klimperte, auf seinen Füssen. Nach dem Auftritt meinte die Moderatorin Zoe Torinesi: «Mit den beiden ist so viel los, da braucht man direkt einen Beruhigungstee.»
Doch dafür blieb keine Zeit. Die Kinder wollten erfahren, wer den Pokal für das Siegerprojekt der Kategorie «Kindergärten, Schulen und Horte» bekommt. Die Antwort wusste Fussballerin Alayah Pilgrim. Bevor sie das Geheimnis lüftete, kickte sie vier signierte Bälle ins Publikum. Dann verkündete sie: «And the winner is … die Schule Risiacher aus Buchs im Kanton Aargau.» Die Fünftklässlerinnen und -klässler hatten mit ihren Lehrpersonen «einen Abend für jeden Geschmack» organisiert. Sie präsentierten verschiedene Darbietungen, hielten Vorträge und führten ein Quiz durch. Danach übertrugen sie im Public Viewing ein Spiel der Schweizer Fussballnationalmannschaft. Das Geld, das sie mit der Festwirtschaft einnahmen, landete in der Spendenbox für Unicef.
Damit waren alle vier Awards vergeben. Für ihr Engagement und ihre Kreativität hätten jedoch alle Kinder einen Preis verdient. Zum grossen Finale wurden deshalb sämtliche nominierten Mädchen und Buben auf die Bühne gerufen. Unter Konfettiregen und tosendem Applaus genossen sie ihren Moment im Rampenlicht.
STERNENWOCHEN 2026
Mit den «Sternenwochen» 2026 hilft die «Schweizer Familie» gemeinsam mit Unicef Schweiz und Liechtenstein Kindern in Laos, die wegen Armut zu wenig Nahrung haben. Dadurch geraten sie in einen Kreislauf aus Krankheit, Hunger und fehlender Chancen.
Die «Sternenwochen» finden vom 10. November bis Weihnachten statt.
Weitere Impressionen der Award Ceremony!